Der härteste Schritt ist der Erste
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Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass für mich Consistency der Schlüssel ist. Nicht Talent, nicht Motivation, nicht der perfekte Plan. Nur dranbleiben. Dann bin ich auf eine Zahl gestoßen, die mir gezeigt hat, warum das funktioniert: 37.
Um genau zu sein: 37,78.
Denn diese Zahl ergibt sich, wenn du dich für ein Jahr, jeden Tag um 1% verbesserst. Nach nur einem Jahr wirst du im Modell 37,78x weiter sein, als in genau diesem Moment. Und das ist einfache Mathematik: 1,01 hoch 365 ergibt 37,78.
Studien zur Verhaltensänderung bestätigen das Prinzip dahinter: kleine, konsistente Schritte über Zeit führen zu Ergebnissen, die weit über das hinausgehen, was wir intuitiv erwarten. Der Grund: Wir denken linear, aber die Effekte der kleinen Verbesserungen können sich über Monate stark aufschaukeln. Die ersten Wochen fühlen sich an wie nichts. Aber die Effekte stapeln sich weiter.
Das geht aber auch in die andere Richtung… Wenn du jeden Tag minimal nachlässt, stapelt sich das genauso, nur eben abwärts.
Doch wenn es nur um 1% jeden Tag geht, was ist dann das Problem?
Der Start…
Nicht weil der erste Schritt so schwer ist. Sondern weil wir darauf programmiert sind, Unsicherheiten zu vermeiden. Je mehr Optionen wir haben und je größer das Projekt, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir gar nicht erst anfangen. Wir warten auf den perfekten Moment, den perfekten Plan, die perfekte Motivation. Und während wir warten, passiert nichts.
Was hilft, ist Klarheit. Forschungen zu sogenannten Wenn-dann-Plänen (Implementation Intentions) zeigen: Menschen, die einen festen Trigger mit einer festen Handlung verknüpfen, setzen ihre Vorhaben verlässlicher um. Nicht "Ich will mehr lesen", sondern "Montag, Mittwoch und Freitag um 20 Uhr lese ich eine Seite". Der Unterschied liegt nicht in der Willenskraft. Er liegt in der Struktur. Du entscheidest einmal, wann und was du tust, und musst somit nicht jedes Mal neu verhandeln und nachdenken.
Deshalb funktionieren Micro Habits so gut. Sie sind so klein, dass sie kaum Überwindung brauchen. 10 Minuten. Eine Seite. Eine Wiederholung. Ein Satz. Es geht nicht darum, wie groß deine Handlung ist, sondern dass du sie tust. Als Standard, nicht als Ausnahme.
Noch einfacher wird es mit Habit Stacking. Statt einen neuen Zeitpunkt zu erfinden, hängst du die neue Gewohnheit an eine bestehende Routine. Nach dem Zähneputzen eine Seite lesen. Nach dem Kaffee ein paar Zeilen Code schreiben. Nach der letzten Mahlzeit ein Satz im Journal notieren. Das Gehirn erkennt den Trigger automatisch, weil dieser bereits etabliert ist. Du musst nicht neu entscheiden, du folgst einfach der Sequenz.
Letztes Jahr habe ich meinen Job in der Agenturwelt hinter mir gelassen. Nicht weil ich einen besseren Plan hatte. Sondern weil ich gemerkt habe, dass ich in einer Struktur feststeckte, die nicht zu mir passt. Zu viel Fremdbestimmung, zu wenig Klarheit, zu wenig Raum für das, was mir wichtig ist.
Jetzt baue ich mir etwas Eigenes und habe drei Ziele für 2026: Fit werden, Content schaffen und meine App NEWMINDED launchen. Nicht als großer Wurf, sondern als System. 10 Minuten Code täglich. Training alle zwei Tage. Jede Woche Content über Gewohnheiten, Produktivität, Mindset und Systeme.
Das klingt nicht spektakulär. Aber 10 Minuten täglich sind mindestens 60 Stunden im Jahr – und meistens wird es mehr, sobald du erst mal angefangen hast. 52 Videos sind ein solider Channel. Und für alle, die jetzt denken: Eine schlechte Woche und der Plan geht nicht auf. Nein. Schlechte Wochen zerstören den Plan nicht. Es geht nicht um Perfektion, sondern um die Richtung. Wichtig ist nur, den Faden wieder aufzunehmen. Wenn aus 52 Videos am Ende 42 werden, habe ich trotzdem verdammt viel geschafft und an meiner Zukunft gearbeitet.
Ich bin gerade in Woche 1 und weiß nicht, ob alles funktioniert. Aber ich weiß, dass Warten garantiert nicht funktioniert. Der perfekte Moment existiert nicht. Es gibt nur den Moment, in dem du anfängst, und den, in dem du es nicht tust.
Und bevor wir jetzt enden, bist du gefragt. Überleg dir ein Micro Habit, das weniger als 10 Minuten dauert, sprich klein genug, dass du fast nie eine Ausrede hast. Formuliere eine Regel: Nach X mache ich Y. Das ist dein Trigger. Mach das Ding nicht perfekt, lege nur jetzt schon den Startpunkt fest.
Wenn-dann ist eine Variante. Bei mir funktioniert’s oft über Vorbereitung + Sichtbarkeit: Ich packe die Sporttasche am Abend vorher, und NEWMINDED zeigt mir morgens, was heute dran ist.
Was ich hier teile, ist kein Expertenrat. Es ist ein Selbstexperiment. Ich teste an mir selbst, was die Forschung sagt, und dokumentiere, was passiert. Jeden Sonntag im Video, jeden Mittwoch hier.
Nicht perfekt. Nur konstant.