Du entscheidest zu viel. Automatisiere es.

2 min read

Du triffst jeden Tag Entscheidungen, die du längst automatisieren könntest.

Ich arbeite gerne. Und wenn ich ehrlich bin: Bei mir ist Arbeit selten „eine Aufgabe". Es ist eher ein Flow aus hundert kleinen Abzweigungen. Ich fange an, löse ein Problem, stolpere über die nächste Idee, teste kurz ein Tool, baue schnell einen Service oder eine Mini-Automation. Und bevor ich es merke, ist der Tag weg.

Das fühlt sich erstmal gut an, weil ich am Ende wirklich was geschafft habe. Aber es hat eine Kehrseite: Alles, was keinen direkten Sog hat, verliert. Sport. Haushalt. Schlaf. Ruhe. Zeit mit meiner Familie.

Und dann kommt jeden Abend dieselbe Frage: „Gehst du jetzt ins Bett oder machst du noch den Haushalt?" Und die andere Frage: „Machst du jetzt noch Sport – oder sagst du dir wieder 'morgen' und bleibst weiter am Rechner?"

Deshalb versuche ich gerade, weniger im Kopf zu regeln und mehr über klare Auslöser. In der Forschung heißt das Implementation Intentions – Wenn-Dann-Pläne. Ich habe darüber schon gesprochen, aber die Größe des Themas definitiv unterschätzt. Dabei ist es so einfach: Du legst vorher fest, was passiert, wenn ein Moment eintritt. Dann musst du nicht dauernd verhandeln.

Bei mir sind das gerade zwei Trigger:

Abend-Trigger
Wenn ich abends im Bad durch bin, plane ich kurz den nächsten Tag. Kein perfekter Plan. Nur ein Rahmen: Was sind morgen die wichtigsten 2-3 Dinge, und was darf nicht wieder hinten runterfallen?

Tages-Trigger
Ich nutze eine 30-Minuten-Sanduhr. Wenn die abgelaufen ist, halte ich kurz an, checke mein Notizbuch + NEWMINDED und frage mich: „Passt das gerade noch zu meinem Plan?" Ist die Antwort „Ja", mache ich weiter und drehe die Sanduhr wieder um. Aber oft holt sie mich genau dann raus, wenn ich wieder von Projekt zu Projekt springe – auch wenn es so viel Spaß macht und sich gut anfühlt.

Und wenn ein Tag trotzdem entgleist, habe ich eine Backup-Regel: Never Miss Twice. Nicht nachholen, nicht kompensieren. Am nächsten Tag einfach die Minimalversion. Hauptsache, ich bleibe drin.


Wenn du es testen willst: Such dir einen Trigger, der bei dir sowieso schon passiert. Bad-Routine, erster Kaffee, Sanduhr. Dann schreib einen Wenn-Dann-Satz auf und leg ihn sichtbar hin. Und definiere vorher eine Minimalversion für Tage, die kippen. Nicht als Notfall-Plan, sondern als Standard.


Nicht perfekt. Nur konstant. Tom.

P.S.: Aus der Routine gefallen? Hier ist mein RESTART-Template.

P.P.S.: Dass dieser Newsletter am Donnerstag kommt und nicht am Mittwoch, zeigt mein Problem ziemlich gut.